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Blutwerte bei Krebs: Was Laborwerte über die Früherkennung verraten

By Roie

Autor: Roie Medizinischer Gutachter: Arjun
Lesezeit: 9 min Veröffentlichungsdatum: 21/08/2025

Was sind Blutwerte bei Krebs?

Blutwerte spiegeln zahlreiche Prozesse im Körper wider – vom Sauerstofftransport bis hin zu Stoffwechsel- und Immunfunktionen. Bei Krebs können Veränderungen auftreten, wenn Tumorzellen bestimmte Proteine freisetzen oder wenn Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt sind. Blutwerte sind daher ein wichtiger Hinweisgeber in der Diagnostik, jedoch selten eindeutig. Sie ersetzen keine bildgebenden Verfahren wie das Ganzkörper-MRI, sondern sind ein ergänzender Baustein in der Krebsfrüherkennung.

Warum verändern sich Blutwerte bei Krebs?

Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen, da sie sich unkontrolliert teilen, das Immunsystem aktivieren und teilweise Substanzen ins Blut abgeben. Diese Veränderungen können in Laboruntersuchungen sichtbar werden:

  • Erhöhte Zellumsätze: Tumore benötigen viel Energie, was sich auf Blutzucker, Milchsäure und Enzyme auswirken kann.
  • Freisetzung von Tumormarkern: Proteine oder Antigene, die von Tumorzellen gebildet werden.
  • Beeinträchtigung von Organfunktionen: Metastasen in Leber oder Knochen können Leberwerte oder Kalziumspiegel verändern.
  • Chronische Entzündung: Viele Tumore gehen mit erhöhtem CRP oder Blutsenkung (BSG) einher.

Wichtige Tumormarker im Überblick

Tumormarker sind spezielle Proteine, die im Blut nachweisbar sind. Sie dienen nicht zur Krebsdiagnose allein, sondern helfen, eine Verdachtsdiagnose zu stützen oder eine Therapie zu überwachen.

Tabelle
Tumormarker Einsatzgebiet

PSA (Prostata-spezifisches Antigen).

Früherkennung und Verlaufskontrolle bei Prostatakrebs.

CA-125.

Hinweis bei Eierstockkrebs, aber auch bei gutartigen Zysten erhöht.

CEA (Carcinoembryonales Antigen).

Marker bei Darm-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

AFP (Alpha-Fetoprotein).

Erhöht bei Leberkrebs und Keimzelltumoren.

LDH (Laktatdehydrogenase).

Unspezifisch, aber erhöht bei Lymphomen oder Leukämien.

Die Krebsliga Schweiz weist darauf hin, dass Tumormarker vor allem in der Therapiekontrolle eine wichtige Rolle spielen, während sie in der Vorsorge nur ergänzend eingesetzt werden.

Routine-Blutbild vs. Spezialwerte

Bei einem klassischen Gesundheitscheck wird häufig ein kleines oder grosses Blutbild bestimmt. Krebs lässt sich dadurch nur selten direkt erkennen. Dennoch können Auffälligkeiten erste Hinweise geben:

  • Blutarmut (Anämie): Häufig bei Darmkrebs durch chronische Blutungen.
  • Leukozytenzahl: Erhöht bei Leukämien, verändert bei Knochenmarkserkrankungen.
  • Leber- und Nierenwerte: Abweichungen können auf Metastasen oder Tumorbelastungen hinweisen.

Spezialisierte Blutuntersuchungen, wie Tumormarker oder genetische Analysen, sind wesentlich gezielter, werden aber nicht routinemäßig durchgeführt.

Neue Entwicklungen: Liquid Biopsy

Ein moderner Ansatz in der Krebsdiagnostik ist die sogenannte Liquid Biopsy. Dabei werden im Blut zirkulierende Tumorzellen oder DNA-Fragmente nachgewiesen. Erste Studien zeigen, dass sich dadurch bestimmte Krebsarten sehr früh erkennen lassen – oft bevor sie im Blutbild oder durch Symptome auffallen.

In der Schweiz laufen Pilotprojekte an, die Liquid Biopsies mit etablierten Methoden wie MRI kombinieren (Swiss Medical Weekly).

Grenzen von Blutwerten in der Krebsdiagnostik

Blutwerte sind hilfreich, aber nie allein ausreichend. Sie können sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Ergebnisse liefern. Das Deutsche Krebsinformationszentrum betont: Nur in Kombination mit Bildgebung und weiteren Tests lässt sich Krebs frühzeitig und zuverlässig erkennen.

“„Tumormarker im Blut sind ein ergänzendes Werkzeug, aber sie ersetzen keine diagnostischen Verfahren wie MRI, CT oder Biopsien.“”

— Deutsches Krebsinformationszenter dkfz

Warum Ganzkörper-MRI oft entscheidend ist

Während Blutwerte Hinweise geben, erkennt ein Ganzkörper-MRI Tumore oft in einem Stadium, in dem sie noch keine Symptome verursachen und Blutwerte unauffällig sind. So steigt die Chance auf Heilung erheblich.

Zahlen, die überzeugen:

  • Laut WHO steigt die Überlebensrate vieler Krebserkrankungen auf über 90 %, wenn sie im Frühstadium erkannt werden.
  • In der Schweiz erkranken jährlich rund 45.000 Menschen an Krebs – laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) könnte ein großer Teil durch frühzeitige Diagnostik früher behandelt werden.
  • Besonders Brust-, Prostata- und Darmkrebs haben bei frühzeitiger Therapie deutlich bessere Heilungschancen (Krebsliga Schweiz).

Ein 52-jähriger Manager hatte unauffällige Blutwerte, fühlte sich gesund. Beim präventiven Ganzkörper-MRI wurde jedoch ein kleiner Nierentumor entdeckt – noch im Frühstadium und vollständig heilbar.

Fazit

Blutwerte bei Krebs sind ein wertvolles Werkzeug, liefern aber allein keine sichere Diagnose. Die Kombination aus Laborwerten, modernen Methoden wie Liquid Biopsies und bildgebender Diagnostik wie dem Ganzkörper-MRI ermöglicht eine effektive Krebsfrüherkennung. Studien zeigen: Je früher ein Tumor erkannt wird, desto höher ist die Heilungschance – oft über 90 %.

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