Sanitas Health Forecast 2026: Warum wir unsere Gesundheitsrisiken systematisch unterschätzen
By Roie
Wie hoch schätzen Sie Ihr persönliches Risiko ein, an Krebs, Diabetes oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken? Der aktuelle Sanitas Health Forecast 2026 «Gewappnet für die Zukunft» liefert dazu eine überraschende Antwort: Die meisten Schweizerinnen und Schweizer schätzen ihr Risiko deutlich niedriger ein, als es die tatsächlichen Zahlen zeigen. Diese Lücke zwischen Gefühl und Realität ist besonders bei Krankheiten riskant, die sich über Jahre unbemerkt entwickeln.
Was die Sanitas-Studie zeigt
Der Health Forecast, mittlerweile in der siebten Ausgabe, befragte über 2’500 Personen in der Schweiz zu ihrem Gesundheitsverhalten und ihrer Risikowahrnehmung. Das zentrale Ergebnis: Viele Menschen halten sich für gesünder und weniger gefährdet, als es die epidemiologischen Daten hergeben. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, gesunde Gewohnheiten bei Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressmanagement langfristig durchzuhalten.
Die Risikolücke im Überblick
Die Studie vergleicht die subjektive Risikoeinschätzung mit den tatsächlichen Zahlen aus der Schweizer Gesundheitsstatistik. Die Unterschiede sind teils erheblich:
Tabelle
Gefühlte Risikoeinschätzung Tatsächliches Risiko 47% halten ihr Diabetes-Risiko für unterdurchschnittlich.
Lebenszeitrisiko liegt bei bis zu 40%.
Über ein Drittel schätzt das Herz-Kreislauf-Risiko als gering ein.
Über 20'000 Todesfälle pro Jahr in der Schweiz.
Nur rund 20% schätzen ihr Krebsrisiko als erhöht ein.
Rund jede zweite Person erkrankt im Laufe des Lebens.
Demenz wird von den meisten kaum als eigenes Risiko wahrgenommen.
Über 160'000 Betroffene, rund 35'000 Neuerkrankungen pro Jahr in der Schweiz.
Diese Zahlen zeigen: Das eigene Bauchgefühl ist bei chronischen und lebensbedrohlichen Erkrankungen ein unzuverlässiger Massstab.
Warum wir unsere Risiken verdrängen
Die Verdrängung ist menschlich nachvollziehbar. Solange keine Beschwerden auftreten, fühlt sich das eigene Risiko abstrakt an. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass genau diese Fehleinschätzung bei Krankheiten problematisch ist, bei denen Früherkennung und Lebensstil eine entscheidende Rolle spielen. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele Krebsarten entwickeln sich häufig über Jahre, bevor sie spürbar werden. Wer sein Risiko unterschätzt, verschiebt Vorsorgeentscheidungen oft so lange, bis erste Symptome auftreten, also zu einem Zeitpunkt, an dem eine frühere Erkennung deutlich mehr Handlungsspielraum geboten hätte.
Was das für Ihre Vorsorge bedeutet
Die Studie zeigt vor allem eines: Bauchgefühl ist bei der Einschätzung des eigenen Gesundheitsrisikos ein schlechter Ratgeber. Objektive Daten, etwa aus Blutbild, Familienanamnese oder bildgebender Diagnostik, geben eine deutlich verlässlichere Grundlage. Das bedeutet nicht, dass jede Auffälligkeit sofort Anlass zur Sorge sein muss, sondern dass eine realistische Einschätzung des eigenen Risikos die Basis für sinnvolle, unaufgeregte Vorsorgeentscheidungen bildet.
Ein Ganzkörper-MRI-Screening bei Arvin liefert eine strukturierte, ärztlich begleitete Momentaufnahme des eigenen Körpers, losgelöst vom subjektiven Bauchgefühl. Die Ergebnisse werden anschliessend persönlich von einem Arzt eingeordnet, damit aus Zahlen eine fundierte Entscheidung wird, keine zusätzliche Verunsicherung.
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Quellen & weiterführende Informationen
