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Rente oder Kapital: eine finanzielle und eine gesundheitliche Frage

By Roie

Autor: Roie Medizinischer Gutachter: Arjun
Lesezeit: 6 min Veröffentlichungsdatum: 04/09/2026

Bei der Wahl zwischen Rente und Kapitalbezug orientieren sich die meisten Vorsorgenehmenden an finanziellen Kennzahlen wie Umwandlungssatz oder Verzinsung. Die Pensionskassenstudie 2026 der Zürcher Kantonalbank zeigt: 2025 entschied sich erstmals die Mehrheit für den Kapitalbezug statt für die lebenslange Rente, wobei laut Studie persönliche Motive wie Sicherheit und finanzielle Flexibilität stärker gewichtet werden als die technischen Leistungszahlen der Pensionskasse. Wie lange das Vorsorgevermögen tatsächlich reichen muss, hängt jedoch nicht nur von finanziellen, sondern auch von gesundheitlichen Faktoren ab – ein Aspekt, der in den meisten Beratungsgesprächen kaum vorkommt. Ein umfassender Gesundheitscheck vor der Pensionierung kann hierzu eine zusätzliche, objektive Grundlage liefern, ersetzt aber weder die Finanz- noch die medizinische Fachberatung.

Was die ZKB-Pensionskassenstudie 2026 zeigt

Die Zürcher Kantonalbank hat für ihre Pensionskassenstudie 2026 die Entwicklung der zweiten Säule in der Schweiz untersucht. Ein zentrales Ergebnis: 2025 wurde erstmals mehr als die Hälfte der Altersguthaben als einmaliger Kapitalbezug statt als lebenslange Rente ausbezahlt. Der Umwandlungssatz – lange Zeit die zentrale Kennzahl bei dieser Entscheidung – verliert damit an Bedeutung.

Gleichzeitig fiel die Verzinsung der Altersguthaben 2025 mit real 4,6 Prozent so hoch aus wie seit 25 Jahren nicht mehr. Zwischen den einzelnen Pensionskassen bestehen dabei grosse Unterschiede: Die leistungsstärksten 10 Prozent der Kassen verzinsten mit 9,25 Prozent, die schwächsten mit 2 Prozent – über fünf Jahre eine Differenz von 26 Prozentpunkten. Bemerkenswert ist zudem, dass bei der Wahl zwischen Rente und Kapital gemäss der begleitenden Bevölkerungsbefragung persönliche Motive wie Sicherheit oder finanzielle Flexibilität eine grössere Rolle spielen als die technischen Leistungszahlen der jeweiligen Kasse.

Rente oder Kapital: eine finanzielle und eine gesundheitliche Frage

Beide Bezugsformen haben unterschiedliche Eigenschaften, die eng mit der eigenen Lebenserwartung zusammenhängen. Bei der Rente erhält man eine garantierte Zahlung bis zum Lebensende, unabhängig davon, wie lange man lebt. Verstirbt die rentenberechtigte Person, sieht die berufliche Vorsorge gemäss den gesetzlichen Mindestvorgaben eine Hinterlassenenrente vor: Diese beträgt gemäss Bundesamt für Sozialversicherungen 60 Prozent der Altersrente. Beim Kapitalbezug erhält man den gesamten Betrag auf einmal, trägt dafür aber selbst das Risiko, das Geld über die tatsächlich verbleibende Lebenszeit richtig einzuteilen und sinnvoll anzulegen.

Wie lange das Vorsorgevermögen reichen muss, ist damit keine rein finanzmathematische Frage, sondern hängt auch vom eigenen Gesundheitszustand ab. In der Praxis wird die Lebenserwartung bei der Pensionsberatung jedoch meist nur anhand allgemeiner Durchschnittswerte geschätzt – konkrete, persönliche Gesundheitsdaten fliessen in der Regel nicht ein.

Warum ein Gesundheitscheck vor der Pensionierung eine sinnvolle Ergänzung sein kann

Ein umfassender Gesundheitscheck kann die eigene Lebenserwartung nicht vorhersagen – das leistet keine medizinische Untersuchung. Er kann aber den aktuellen Gesundheitszustand objektiv einordnen und mögliche Risikofaktoren sichtbar machen, die sonst unentdeckt geblieben wären. Diese Information ist kein Ersatz für die Finanz- und Pensionsberatung, sondern eine zusätzliche, faktenbasierte Grundlage, die neben den finanziellen Überlegungen in die eigene Entscheidung einfliessen kann.

Ein Ganzkörper-MRI-Check bei Arvin liefert eine strukturierte, ärztlich begleitete Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands – als eine von mehreren Grundlagen für Entscheidungen rund um die Pensionierung, nicht als deren Ersatz.

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Worauf es bei der Entscheidung ankommt

  • Kein Patentrezept: Weder Rente noch Kapitalbezug ist grundsätzlich die bessere Wahl – die individuelle Situation entscheidet.
  • Mehrere Faktoren gehören zusammen: Familiensituation, Vermögen, Risikobereitschaft, steuerliche Aspekte und Gesundheit sollten gemeinsam betrachtet werden.
  • Frühzeitig planen: Ein Gesundheitscheck lässt sich gut mit dem Zeitpunkt der Pensionsberatung kombinieren, statt ihn separat «irgendwann» nachzuholen.
  • Fachliche Beratung einholen: Die konkrete finanzielle Entscheidung gehört in die Hände einer Pensionsberaterin, eines Vorsorgespezialisten oder der eigenen Pensionskasse.

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Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche, medizinische oder finanzielle Beratung. Bei konkreten Fragen zu Ihrer Pensionsplanung wenden Sie sich an Ihre Pensionskasse oder eine Vorsorgeberaterin bzw. einen Vorsorgeberater, bei gesundheitlichen Fragen an Ihren Hausarzt oder eine Fachperson.

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