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Viszerales Fett: Warum die Lage des Bauchfetts wichtiger ist als sein Umfang

By Roie

Autor: Roie Medizinischer Gutachter: Arjun
Lesezeit: 5 min Veröffentlichungsdatum: 30/06/2026

Ein flacher Bauch sagt wenig darüber aus, wie es um Ihre Gesundheit wirklich steht. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Fett der Körper speichert, sondern vor allem wo. Viszerales Fett – das Fettgewebe rund um die inneren Organe – gilt heute als einer der stärksten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und weitere chronische Krankheiten. Das Tückische: Es kann auch bei normalem Körpergewicht erhöht sein und bleibt dabei oft unbemerkt.

Was ist viszerales Fett überhaupt?

Der Körper speichert Fett grundsätzlich an zwei unterschiedlichen Orten. Subkutanes Fett liegt direkt unter der Haut und ist für die bekannten „Speckröllchen» verantwortlich. Viszerales Fett dagegen liegt tiefer im Bauchraum und umgibt dort Organe wie Leber, Magen und Darm.

Während subkutanes Fett vor allem als Energiespeicher dient, ist viszerales Fett hormonell aktiv. Es produziert Botenstoffe, sogenannte Zytokine, die Entzündungsprozesse im Körper fördern können und in den Stoffwechsel eingreifen – etwa in die Regulation von Insulin, Blutdruck und Blutfetten.

Warum viszerales Fett besonders riskant ist

Ein erhöhter Anteil an viszeralem Fett steht in engem Zusammenhang mit mehreren ernsten Erkrankungen. Dazu zählen unter anderem:

  • Insulinresistenz und Diabetes Typ 2: Die von viszeralem Fett freigesetzten Botenstoffe können die Wirkung von Insulin beeinträchtigen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erhöhte Entzündungswerte begünstigen Bluthochdruck, Arteriosklerose und damit verbunden Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Fettleber: Viszerales Fett kann sich auch in der Leber einlagern und deren Funktion beeinträchtigen.
  • Bestimmte Krebsarten: Studien zeigen Zusammenhänge zwischen viszeraler Fettmasse und einem erhöhten Risiko für verschiedene Tumorerkrankungen.

Das TOFI-Phänomen: Schlank, aber trotzdem gefährdet

Besonders unterschätzt wird das sogenannte TOFI-Phänomen – „Thin Outside, Fat Inside». Damit sind Menschen gemeint, die ein normales Körpergewicht und einen unauffälligen Body-Mass-Index (BMI) haben, deren viszerales Fett im Bauchraum aber dennoch erhöht ist.

Der BMI berücksichtigt nämlich nur das Verhältnis von Gewicht zu Grösse – nicht jedoch, wo genau im Körper sich das Fettgewebe befindet. Das bedeutet: Auch schlanke Menschen können ein relevantes gesundheitliches Risiko durch viszerales Fett tragen, ohne dass dies von aussen erkennbar wäre.

Wie lässt sich viszerales Fett einschätzen?

Für eine erste Orientierung im Alltag eignet sich der Taillenumfang, gemessen auf Höhe des Bauchnabels. Als Richtwerte für ein erhöhtes Risiko gelten gemäss internationalen Empfehlungen folgende Werte:

Tabelle
Indikator Erhöhtes Risiko

Taillenumfang Frauen.

ab 80 cm

Taillenumfang Männer.

ab 94 cm

Taille-Hüft-Verhältnis Frauen.

über 0,85

Taille-Hüft-Verhältnis Männer.

über 0,90.

Diese Werte liefern eine grobe Einschätzung, ersetzen aber keine genaue Messung. Eine präzise Bestimmung der viszeralen Fettmasse ist mittels bildgebender Verfahren wie MRI oder CT möglich – Methoden, die auch andere gesundheitsrelevante Befunde im Bauchraum sichtbar machen können.

Was lässt sich gegen viszerales Fett tun?

Die gute Nachricht: Viszerales Fett reagiert vergleichsweise gut auf einen gesunden Lebensstil. Folgende Massnahmen haben sich bewährt:

  • Regelmässige Bewegung: Ausdauertraining wie zügiges Gehen, Joggen, Velofahren oder Schwimmen, idealerweise an den meisten Tagen der Woche.
  • Ausgewogene Ernährung: Wenig zugesetzter Zucker und gesättigte Fette, dafür mehr Vollkornprodukte, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren.
  • Ausreichend Schlaf: Schlafmangel erhöht nachweislich Stresshormone, die die Fetteinlagerung im Bauchraum begünstigen.
  • Stressmanagement: Chronischer Stress wirkt sich über das Hormon Cortisol direkt auf die Fettverteilung im Körper aus.

Ein gezielter, lokaler Fettabbau ist dabei nicht möglich – der Körper baut Fettreserven generell ab. Mit der Zeit reduziert sich jedoch in der Regel auch das viszerale Fett überproportional, da es metabolisch besonders aktiv ist.

Da viszerales Fett von aussen nicht zuverlässig erkennbar ist, bleibt es oft lange unentdeckt – selbst bei Menschen mit normalem Gewicht. Ein Ganzkörper-MRI bei Arvin liefert eine bildgebende Übersicht über Bauchraum und innere Organe und kann dabei helfen, ein klareres Bild der eigenen Gesundheit zu erhalten – als Grundlage für fundierte, vorsorgeorientierte Entscheidungen.

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Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder eine Fachperson.

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